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Die letzten Meter …

Langsam und etwas ängstlich ging Jamie auf den unheimlichen Abgrund zu und wagte einen ersten Blick hinüber – in die Weite des Universums. Was sich seinen Augen darbot, hatte er in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Es war alles noch viel größer, viel gewaltiger, trotzdem anders, als seine kindliche Vorstellung, die sich aus Benjamins Berichten entwickelt hatte, es sich jemals hatte ausmalen können. Er wagte nicht zu atmen.

Unter sich sah er die Wolken, strahlend weiße, riesengroße und kleinere, ganz kleine. Wolkenwände, die sich entwickelten, von Stürmen getrieben, die sich dann vor die Sonne schoben. Welche, die langsam vor sich hinsegelten, als seien sie irgendwo unsichtbar aufgehängt.

Die Luft war schwach himmelblau und wandelte sich, wenn man weiter nach unten zu den Wolken schaute, ins kräftiger Blaue, dann ins Dunkelblaue, um dann in einem schwarzen Loch zu verschwinden.
Es zogen Nebelschwaden auf, die den Blick verschleierten, es hetzten Regenwolken heran und schoben sich vor die Sonne, die verzweifelt zwischen den sich zu einer festen Wand formierenden Wolken hindurchblitzte.

Und dann sah er sie – seine Sterne.

Es waren tausende und abertausende. So viele hatte er nicht erwartet. Wiederum große und kleine, hellere und dunklere, welche die blitzten und welche, die ruhig an einem Fleck standen.
Je weiter die Sterne entfernt waren, desto kleiner wurden sie, bis Jamie sie überhaupt nicht mehr sehen konnte. Es schien unendlich zu sein – das Meer der Sterne.

Ungefähr so hatte er sich das Universum vorgestellt. Benjamin hatte es ihm damals zuhause, in seinem Kinderzimmer, beschrieben. Jedoch hatte er damals das Ausmaß dieser Herrlichkeit nicht im Entferntesten für möglich gehalten.

Es war einfach zu schön … und zu verführerisch, und plötzlich hatte er überhaupt keine Angst mehr, sondern sehnte sich danach, endlich hinüberspringen zu dürfen. Es war, als gäbe es ein Magnet, der ihn anziehen würde.

Es fiel ihm schwer, seinen Blick nochmals zurückzuwenden, um seinen Lieben Adieu zu sagen. Er zwang sich dennoch, nochmals zurückzugehen und sich von seinen Weggefährten zu verabschieden. Er drückte Silverpalm und Random die Hand, versprach sie nicht zu vergessen.
Noch schwerer war es, Mildred Adieu zu sagen, weil die mütterliche Spinne ihn herzte und küsste und ihn nicht mehr freigeben wollte.

„Lass den Jungen jetzt ziehen, mach ihm das Herz nicht zu schwer“, mahnte sie der Großvater.
„Nein, Großvater, nein“, lächelte Jamie ihn an, „mein Herz ist überhaupt nicht schwer. Vor einigen Minuten noch hatte ich Angst und wäre, wenn Du mich zur Umkehr hättest überreden wollen, Dir gerne zurück zum Schiff gefolgt. Aber jetzt, nachdem ich nach unten geschaut habe, ist jegliche Angst von mir gewichen und ich freue mich so sehr.“